14Okt,14

Wie gemacht für Pop-Klassiker

Die ortsansässige Sängerin Sandra Madison Roth hat in einem Konzert der Kulturinitiative Seckmauern einen außergewöhnlichen Publikumserfolg gefeiert. Als Musikerin im Rollstuhl nimmt sie in ihrem Genre eine Sonderposition ein.

SECKMAUERN. Tief beeindruckt und tief berührt – so fühlte sich das Publikum nach dem Auftritt von Sandra Madison Roth in der St.-Margretha-Kirche von Seckmauern. Weit über zwei Stunden hatte die junge Sängerin das Publikum in ihren Bann gezogen. Ein Heimspiel, die Kulturinitiative Seckmauern (KIS) hatte die seit rund zwei Jahren in Seckmauern lebende Künstlerin zum Konzert eingeladen.

Die „kleine Rockröhre“, diesen Beinamen trägt die nur 1,50 Meter messende Sängerin nicht von ungefähr, begeisterte mit einer starken Stimme, einer Mischung aus dem leicht rauchigem Klang einer Melissa Etheridge und dem Soul in der Stimme einer Tina Turner. Folk, Blues, Soul, Rock’n’Roll und Popballaden – das Spektrum reichte von den frühen sechziger Jahren bis heute.

Dabei wählte Sandra Madison gerade die ganz großen, starken Songs. Ob „Let ist be“, „Summer of 69“, Eye of the tiger“, „Simply the the best“, „Jesse James“ oder „Proud Mary“ – das Repertoire stellte sich höchsten Ansprüchen. Dabei versucht die Odenwälderin nicht, großartige Songs in ein neues, oft unpassendes Kleid zu stecken. Vielmehr unterstreicht sie die Größe dieser Stücke mit kraftvoller Stimme und tiefer Emotion. Damit verleiht sie ihren Coversongs ihre ureigene, unverwechselbare Handschrift.

Aber es waren nicht nur Coversongs, mit denen die aufgrund einer MS-Erkrankung im Rollstuhl sitzende Sängerin begeisterte. Seit gut einem Jahr wagt sie sich an eigene Stücke und kann damit durchaus überzeugen. Eine ganz neue Richtung, weiter weg von den Einflüssen des von ihr bevorzugten Country Folk und Southern Rock, gewinnt damit Aufmerksamkeit. „We better talk this over“ war das erste eigene Stück und ist bereits auf CD erschienen. „True love“ war das zweite eigene Stück, mit dem sie beeindruckte.

Sandra Madison Roth gelang es, die Funken der tiefen Gefühle neben ihrem unverwechselbaren, besonderen Charme, was sie beides mit ihrer großen Stimme unterstreicht, nur so ins Publikum sprühen zu lassen. Ein musikalisches Juwel, und dann noch direkt vor der Haustür, bedankte sich KIS-Vorsitzender Detlef Eichberg bei der Künstlerin für einen begeisternden Konzertabend.

Glücklich über das Heimspiel zeigte sich auch Sandra Madison Roth selbst: „Es war wundervoll, hier so viel Applaus genossen zu haben.“

Echo-Online, 14. Oktober 2014

2014-10-12_echoonline